Transalp 2007: Mittenwald – Vendig

Mittenwald – Venedig. Zu Fuss über die Alpen. Das war unser Ziel für die ersten 2 Wochen im September.
Auch wenn einige im Vorfeld schon gemeint haben “das ist doch kein Urlaub” – wir sind trotzdem auf die Tour gestartet. Und ich war echt begeistert… Wenn ihr mehr wissen wollt- lest Euch einfach den Reisebericht durch und schaut Euch die entsprechenden Bilder an…

1. Tag: Wir starteten am Stuttgarter Hauptbahnhof. Mit dem Zug gings dann nach Mittenwald (bei Garmisch) und nach einer kleinen Stärkung weiter zur Hochlandhütte. Die Hütte war recht cool – wurde nur 3 mal im Jahr per Huschrauber versorgt – dementsprechend klein war dann auch die Speisekarte. Aber geschmeckt hats trotzdem. Der Abend klang dann gemütlich am warmen Kachelofen aus – wurde doch schon recht frisch da oben.

2. Tag: Von der Hochlandhütte ging es über den Wörnersattel durch ein rießiges Geröllfeld, das Wörnerkar. Weiter gings über den Gjaidsteig zur Bäralpscharte und dann “auf einer Höhe” zum Karwendelhaus. Das “auf einer Höhe” wurde leider zum Running Gag – tatsächlich waren es wirklich nur 50 m Höhenunterschied zur Hütte, aber es ging genau diese 50 m immer wieder hoch und runter. Abends am Karwendelhaus deutete sich schon das an was am nächsten Tag Gewissheit wurde…

3. Tag: Schnee! Und beim Aufstehen -2°C. Das hiess dann leider auch das unser eigentliches Ziel, der Weg zur Birkarspitze bei den Wetterverhältnissen nicht zu machen war. Nach langem hin- und her entschieden wir uns dann für die sicherste Variante und sind ins Tal nach Scharnitz abgestiegen. 6 Stunden durch Schnee bzw. eher strömenden Regen. Ihhh! Ich glaube es gab nichts was am Ende nicht nass war. Nach dem Mittagessen in Scharnitz entschieden wir dann, unseren für in Wattens geplanten Ruhetag vorzuziehen und sind so direkt mit dem Zug nach Wattens

4. Tag: Der Morgen in Wattens begann so wie der Abend aufgehört hatte: strömender Regen. Nach nem kurzen Abstecher zur Tourist-Info und der Frage was man in Wattens machen kann (“Hier gibts das Swarovski-Museum!” – “Und wenn man da nicht hin will?” – “Fahren Sie doch mal nach Innsbruck!”) sowie einem Telefonat mit der Hütte für den nächsten Tag (“Sie brauchen gar nicht erst hoch kommen, alle die da sind sitzen fest und kommen nicht weg”) war klar, das wir die Tour komplett umschmeissen müssen. Deswegen fuhren wir nach Hall und nach einer halben Stunde im Internetcafé und dem Kauf von Wanderkarten im Buchladen stand fest: am nächsten Tag fahren wir mit dem Zug direkt nach Brixen in Südtirol. Alles andere macht wegen des Wetters keinen Sinn. Und so wurde an diesem Abend beschlossen: aus der Alpenüberquerung von Nord nach Süd wird eine West-Ost-Überschreitung der Dolomiten.

5. Tag: Abmarsch in Wattens - wie soll es anders sein im strömenden Regen – und dann mit dem Zug nach Brixen. Dort gings dann einen kleinen, suuuuper steilen Waldweg erst mal hoch zur Ochsenalm (Kaiserschmarren! Mmmhhhh…) und dann weiter Richtung Plose. Dort kame wir dann nochmal so richtig in den Schnee – ich finde die Bilder sehen hier eher aus wie von der Mount-Everest-Expedition… Aber letztlich haben wir dann doch den Weg gefunden und sind – so wie unsere Nachzügler auch – trotz der schlechten Sicht heil an der Plosehütte angekommen. Schade war nur das dort weder die Heizung ging noch genügend Decken zum Schlafen da waren – aber wir haben es überlebt.

6. Tag: Nun hiess es erstmal dem Schnee wieder tschüss sagen. Losgelaufen sind wir dann nämlich noch im Schnee – aber dann immer bergab Richtung Sonne – um dann wieder auf die Peitlerscharte bzw. für einige auch auf den Peitlerkofel aufzusteigen. Danach mussten wir etwas Gas geben um gerade noch rechtzeitig zum Abendessen an der Schlüterhütte anzukommen.

7. Tag: Von der Schlüterhütte ging es an Pferden und einer kleinen Bio-Alm vorbei (naja, wir haben natürlich angehalten und nen Käffchen getrunken) weiter über die Roa-Scharte und unseren ersten Klettersteig, an dem wir angeseilt waren zur Nives-Scharte und dann weiter auf den Piz Duledes. Nachdem wir dann noch einem verirrten Wanderer den Weg erklärt haben (Er: “Könnt ihr mir sagen wo auf meiner Karte ich gerade bin?” Wir:”Ähh, auf Deiner Karte ist das schon lange nicht mehr drauf” :-) gings dann weiter zur Puez-Hütte – um dort die schrecklichste Nacht zu verbringen. Wir bekamen hier nur noch ein Notlager, in dem wir zu 9 und noch 5 weitere ältere Herren nächtigen durften, die dann nachts den Weltrekord im Dauerschnarchen aufgestellt haben. Na super! Aber auch das haben wir überstanden…

8. Tag: Von der Puez-Hütte zum Heiligkreuzhospiz. Einmal den ganzen Berg runter, und einmal wieder rauf. Das wieder rauf haben wir uns allerdings durch ne kleine Sesselliftfahrt erspart. Und die Nacht war eine echte Wohltat – richtige Betten und Duschen für umsonst – welch ein Luxus!

9. Tag: Vom Heiligkreuzhospiz gings dann auf den Spuren von Reinhold Messner über den Kreuzkofel-Klettersteig weiter zur Lavarella-Hütte. Nach der Mittagspause dort gings dann immer weiter ins Fanes-Tal weiter nach Peutelstein – insgesamt 11,5 Stunden für den ganzen Tag. Aber die Anstrengung wurde belohnt durch den Weg unter (!) den Faneswasserfällen hindurch. Von Peutelstein gings dann weiter mit dem Bus nach Toblach, wo wir dann die nacht verbrachten.

10. Tag:Jetzt gings los in die Sextener Dolomiten. Mit Bus und Lift erst mal zur Rudi-Hütte und dann – ab nun wieder zu Fuss – hinauf zur Elferscharte. Dort wurden wir von einigen Gebirgsjägern überrascht… aber wir waren ja auch im ehem. Kriegsgebiet auf dem Weg zum Alpinisteig. Der Alpinisteig wurde von den ital. Gebirgsjägern, den Alpini, in den Fels gesprengt. Über den Alpinisteig gings dann zur Zsigmondy-Hütte.

10. Tag: Heute war dann “nur” eine Rundtour – das heisst mit leichtem Gepäck angesagt. Ziel war der Paternkofel, hinauf über einen Klettersteig, der erst immer am Fels entlang und dann kurzzeitig senkrecht nach oben ging. Hinab gings dann durch einen alten Kriegsstollen zur Drei-Zinnen-Hütte und von da dann wieder zurück zur Zsigmondy-Hütte.

11. Tag: Unser letzter Wandertag. Von der Zsigmondy-Hütte hinab nach Auronzo und dann mit dem Zug weiter nach Venedig bzw. genauer gesagt Lido de Jesolo – dem “Strand-Vorort”.

12. Tag: Der typische Touri-Tag. Sightseeing in Venedig - völlig überfüllt von Touristen, aber trotzdem ganz nett:-)

13. Tag: Der typische Touri-Tag Teil 2: der Strandtag. Typisch deutsch in schön aneinander ausgerichteten Liegestühlen und Sonnenschirmen. Wer mich kennt weiss das ich es da eh nicht lange aushalte – deswegen waren wir dann nachmittags noch Minigolfspielen. Hatte ich glaub seit Jahrzehnten nicht mehr gemacht…

14. Tag: Die letzte Etappe: auf zum Flughafen und dann zurück nach Stuttgart.

So, genug geschrieben – die richtig tollen Sachen kann bzw. will ich jetzt hier nicht alle schreiben, sonst bin ich ewig beschäftigt. Aber ich erzähl sie dann mal gerne perösnlich…
Würd die ganze Tour auf jeden Fall sofort wieder machen und kann sie echt jedem empfehlen!

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