Nelly Furtado live – oder von Folklore, Hip-Hop und Rock…

Nelly Furtado – live in Stuttgart. Da war ich am Montag, den 05.03.2007. Eigentlich wollte ich gar nichts über das Konzert hier schreiben – das Konzert war gut – Nelly Furtado war meiner Meinung nach super und das Konzert war mehr oder weniger so wie ich es erwartet und erhofft habe. Abgesehen von einem komischen Sound (etwas zu bass- und höhenlastig)- was wohl eher am der Abstimmung der PA als an Nelly Furtado selbst gelegen hat.

Allerdings habe ich heute einen Artikel in der Tageszeitung “Die Rheinpfalz” von Peter Kreutzenberger über das entsprechende Konzert in Frankfurt gelesen, der mich nun doch veranlasst hat ein paar Zeilen zu dem Konzert – oder vielleicht eher zu dem Artikel – zu schreiben.
In dem Artikel sind unter anderem Passagen wie ihr “drittes Album Loose ließ kommendes Unheil ahnen. Der süßunschuldige Schmusepop[..] ist in den Hintergrund getreten.” – in Bezug auf das neue etwas Hip-Hop lastigere Album zu lesen. Weiter: “Eigentlich ist Vielseitigkeit ja prima. Leider aber hat die 28-Jährige mit diesem Image ungefähr so viel zu tun wie Dieter Bohlen mit Niveau.[..] Diese Rolle passt nicht zu Nelly Furtado.”

Naja, das sehe ich irgendwie alles bißchen anders:
Zum einen ist es genau diese Vielseitigkeit, die mich zum Konzertbesuch von Nelly Furtado bewegt hat. Es ist doch gerade das Tolle an ihr, dass sie sich nicht in irgend ein Genre reinpressen lässt, sondern einfach nur gute Musik macht, egal ob es jetzt Folklore, Hip-Hop oder sonst eine Richtung ist. Ganz sicher wär ich nicht auf ihr Konzert gegangen, wenn sie nur Folklore oder nur Hip-Hop machen würde.
Zum anderen ist Nelly Furtados Trend zum Hip-Hop ja nicht neu und auch kein “übergestülptes Image” wie in dem Artikel beschrieben. Die erste Hip-Hop-Nummer von Nelly Furtado, die ich gesehen habe war das Duett mit Missy Elliot 2002 (Get Ur Freak On) – ich glaube damals bei den MTV Music Awards. Da hat man richtig gesehen, das diese Richtung ihr Spaß macht und seitdem gabs immer wieder einzelne Stücke, die einen mehr oder wenigen großen Hip-Hop-Einfluss hatten. Und das hat sie jetzt mit dem Produzenten Timbaland auf ihrem neuen Album perfektioniert.
Noch ein kleiner Seitenhieb auf den Artikel: ich finds toll das auch alte Lieder teilweise in einem neuen Arrangement zu hören waren – gerade das macht doch auch in Live-Konzert aus – ansonsten kann ich mir auch einen Playback-Auftritt anschauen. OK, das da nicht jeder die Live-Version besser finden muss als das Original ist Ansichtssache… aber wer sich als Künstler weiter entwickeln will sollte schon offen gegenüber neuen Einflüssen sein und mehrere Sachen ausprobieren.

Also nochmal: ich fand das Konzert super wie es war. Nelly, mach weiter so – behalte Deine Vielfalt bei und lass Dir nicht sagen, welches Image du Dir überstülpen sollst und welches nicht. Bis zum nächsten Konzert….

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