75 % aller Business-Transaktionen durch Cobol-Anwendung ?

Laut einem Artikel von David Norfolk and Martin Banks auf www.regdeveloper.co.uk wird angenommen, dass 75% aller Business-Transaktionen durch Anwendungen realisiert werden, die in COBOL geschrieben sind. Im finanziellen Sektor sollen es sogar 90 % sein.
Ich habe zwar schon länger gewusst, das COBOL Anwendungen noch weit verbreitet sind, allerdings hat mich die hohe Zahl nun doch etwas überrascht.
Man könnte fast von Glück sprechen, dass ich nun neben J2EE auch COBOL kann :-)
Ansonsten gehts in dem Artikel um die Integration von Legacy-Systemen und die verschiedenen “Integrations”-ansätze:

  • Komplettes Neu-Schreiben der Anwendung: Teuer und meist unnötig, aber gut, um das Altsystem wirklich loszuwerden. Es müssen hierbei jedoch noch entsprechende Ansprechpartner mit dem Business-Know-How verfügbar sein.
  • Generieren der neuen Anwendung durch spezielle Tools basierend auf dem bestehenden Code. Hier ist aber auch das Verfügbarsein von Domain-Experten notwendig
  • SOA-Ansatz: Herausschneiden von Services aus dem Legacy-System. Hierzu muss die Architektur des Legacy-Systems schon einigermaßen serviceorientiert gebaut sein.
  • Objekt-Wrapping: vergleichbar mit dem SOA-Ansatz, aber Schneiden der Objekte auf einem niedrigeren Level als reusable Objects
  • “Cross-Platform-Development”: Ein Ansatz, das Legacy System auf eine andere Platform zu portieren, dort weiter zu entwickeln und dann wieder in die ursprüngliche Platform zurück zu konvertieren.

Am besten gefällt mir das Fazit des Artikels: “So, perhaps the real bottom line is that legacy reclamation isn’t a second-class project for tired developers. It is an important part of your IT process and needs access to your best, brightest and most flexible brains.”
Und damit will ich es hier an dieser Stelle auch mal beruhen lassen….

One Response to “75 % aller Business-Transaktionen durch Cobol-Anwendung ?”

  1. Brian sagt:

    Es kommt ja schon soweit, dass Banken die Hardware mit allen Mitteln am Leben erhalten. Und weil die Software in COBOL oder älteren Sprachen läuft, will man möglichst keine Störungen im Betrieb riskieren. Allein das Anfahren solcher Software nach einer Störung macht viele nervös…

    Ich glaube, das erklärt auch die (noch) grosse Verbreitung der Mainframes in der Finanzbranche: die kann man reparieren ohne gleich den Apparat herunterzufahren. Wie heisst es dann so schön: “Never shut down a running system!”.

    Gruss aus BB, Brian.

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